Täter-Opfer-Ausgleich

Die bittersten Worte, die Menschen einander sagen, wirken selten so entzweiend wie die unausgesprochenen, die der eine vom anderen vergeblich erwartet.

Hans Carossa

Der Täter-Opfer-Ausgleich ist ein wesentlicher Baustein unserer Gesamtkonzeption, in dem das Soziale Lernen in Gruppen (SoLIG) eine bedeutende Rolle spielt. Die Jugendlichen werden in Konflikten mit den Aushandlungsprozessen vertraut gemacht und lernen Verantwortung für sich und andere zu übernehmen.

In sozialen Konflikten bietet der Täter-Opfer-Ausgleich den Jugendlichen im Christophorus-Jugendwerk die Möglichkeit, diese Konflikte im persönlichen Austausch eigenverantwortlich zu bearbeiten. Diese Ausgleichsgespräche werden von geschulten MitarbeiterInnen moderiert. Das Opfer wird gebeten, seine Gefühle, sein Erleben zum Zeitpunkt der Tat und die Folgen, die die Tat mit sich brachte, dem Täter zu erzählen. Der Täter bekommt danach die Gelegenheit aus seiner Sicht zu schildern, wie es zu dem Übergriff kommen konnte. Eine Entschuldigung und gegebenenfalls die Vereinbarung einer Wiedergutmachung stehen am Schluss des Gespräches.






SoLiG-Konzept

Ziele:

  • Das Opfer lernt, sich konstruktiv zu wehren, seine Angst vor dem Täter zu überwinden und dadurch Selbstvertrauen zu gewinnen.
  • Der Täter lernt, durch die Konfrontation mit der Opferperspektive, sich in das Opfer hinein zu versetzen und Empathie zu entwickeln. Wachsende Empathie, davon sind wir überzeugt, hemmt weitere Gewalt. Zusätzlich lernt der Täter, dass er für sein Verhalten verantwortlich gemacht wird und sein Verhalten persönliche Konsequenzen hat.
  • Alle anderen Jugendlichen sehen, dass dem Opfer geholfen wird. Der Mut, sich gegen Unrecht und Gewalt zu wehren, wächst.
    Es entsteht ein Klima der Sicherheit.